Awards: erst Drama, dann Gala
So. Abpfiff. Double in Krakau. Und während El_Greco gerade vermutlich versucht, Meisterschale und Pokal gleichzeitig auf einem E-Roller zu balancieren, kommt traditionell der Moment, in dem Polen das macht, was es am besten kann: erst Drama, dann Gala. Zeit für die Saison-Awards – irgendwo zwischen ernst gemeint und „wer hat das eigentlich genehmigt?“
- Trainer der Saison: Keine Frage... Als frischgebackener Double-Sieger: El_Greco (Cracovia Kraków). Double ist Double. Punkt. Und wer es schafft, nebenbei noch die halbe Liga mit Nebensätzen, Gerüchten und Pilswanderungen in Bewegung zu halten, hat sportlich wie dramaturgisch gewonnen.
- Verein der Saison: Cracovia Kraków. Meisterschaft + REMES Puchar Polski. Du kannst nicht zweimal ganz oben stehen und behaupten, es sei Zufall gewesen.
- Newcomer der Saison: Zwar ist Arek kein echter Newcomer, aber der einzige neue Trainer, der den Kreis der Chaos-Coaches erweitert.. Rückkehr nach langer Zeit, viel Lärm, viel Holzhammer – und am Ende Platz 5 sowie Pokalfinalist. Das ist kein Märchen, das ist eher eine alte VHS-Kassette: knistert, aber läuft.
- Comeback der Saison: Nili74 (Lech Poznań). Letztes Jahr noch Tabellenletzter und Absteiger, diese Saison als neuer Trainer bei Lech Poznan mit einem neuen Kapitel und am Ende Platz 3. Lech war nicht immer schön, aber immer da. Und in Polen ist „immer da“ eine Superkraft.
- Offensiv-Feuerwerk der Saison: 3. Platz mit 63 Punkten und einem fetten Torverhältnis (+30). Lech hatte Ausrutscher, aber wenn sie rollten, dann richtig. Und die Rückrunde war der klare Beweis: Der Trainerwechsel hat sich gelohnt.
- „Wir waren auch da“-Award: Tsubastian83s Pogoń gelang Platz 7 mit 49 Punkten... klingt unspektakulär, aber Pogoń hatte diese Momente, wo sie plötzlich mitten in die großen Geschichten reingrätschen. 5:1 gegen Bełchatów im Finish? Das war Saisonfinale-Vandalismus vom Feinsten.
- Enttäuschung der Saison: Tsubastian83 war mit seinem Team zwar in den großen Geschichten vertreten, legte aber gleich zwei NMRs hin.. Laut übereinstimmenden Medien war er kurz vor dem Rausschmiss, konnte aber auch noch die Kurve kratzen, da sich mit Wisla Krakow ein noch schlechteres Team dahinter platziert.
- Freier Fall-Award:(Sonderpreis, weil’s weh tut) ZAT 4, Wisla auf Platz 1, Cracovia auf Platz 2, beide punktgleich. Ein Titelkampf, so spannend bis ... Wisla anfängt zu verlieren. Und wie.. 10 Spiele ohne Sieg, 9 Niederlagen, ein Punkt. Aus Titelkampf wurde Niemandsland. Am Ende fand man sich auf Platz 8 wieder.. In der Hinrunde Platz 2 mit 33 Punkten aus 18 Spielen, in der Rückrunde reiht man scih mit Abstand hinter die Trainerlos-Vereine: 10 Punkte aus 18 Spielen. Das war mal Tabellenführer-Luft. Tut weh, besonders in Krakau.
- „Druckerpatrone leer“-Award: Passend zum Freien Fall-Award, denn bei Wisla waren die Duckerpatronen schon früh verschossen. Kroch man die letzten vier ZATs mit 6.4 TK rum, war man berechenbar müde. Da gilt es, am Kraftreservenmanagement zu arbeiten!
- „Wir haben’s fast geschafft“-Award: Captain (PGE GKS Bełchatów). Zwischenzeitlich roch es nach Meisterschaft, am Ende Platz 2 mit 65 Punkten. Stark und gleichzeitig der klassische polnische Satz: „Nächstes Jahr wirklich.“
- Die Grauemaus-Award:: Bei Sir T. Interimski schien es Spiele zu geben, da wusste er genau, wie er aufzustellen hat. An anderne Spielen dachte man sich "Hat jemand dem Trainer die Gegnerliste vorgelesen oder nur das Wetter?". Ergebnis: Nie schlecht genug für Drama, nie gut genug für Glanz. Das ist auch eine Kunst. Leider.
- Chaos-MVP der Saison: SVKOWEGER (Widzew Łódź). Sportlich 4. mit 63 Punkten, aber vor allem: ohne ihn wäre die Liga manchmal einfach… normal gewesen. Und wer will das schon? Der Award könnte auch "Entertainer der Saison", "Unruhestifter der Saison" oder sonst wie heißen. Denn SVKOWEGER wusste aufzufallen: durch Marionetten-Vorwurf, Pyro-Missbrauch, Schnee-Linien-Metaphern, ... . Die Liste ist lang.
- Stadionwurst der Saison: PGE GKS Bełchatów und die legendäre „Kohlekraftwerk-Aroma“-Kiełbasa. Man muss das so sagen: In Bełchatów riecht Fußball nicht nach Rasen. Fußball riecht nach Arbeit, nach Industrie, nach „gleich geht’s wieder los“ – und genau so schmeckt auch die Wurst.
- Bereicherung der Saison: Ligaleiter SamiNo. Er hat aus Spieltagen Geschichten gemacht: lauter, wilder, relevanter. Seit SamiNo wirkt Polens Liga wie eine Serie – Fußball plus Drama-Flatrate. Perfekt für ein neues Format auf Polskiprime.
- Fair-Play-Award: geht an niemanden. Wir sind hier nicht in Schweden.
Ekstraklasa 2025-3 in der Bewertung
Polen war diese Saison genau das, was diese Welt ausmacht: oben echte Spannung bis in die letzten ZATs, mittendrin ein Hauen und Stechen mit plötzlich explodierenden Ergebnissen, und unten das harte Lehrgeld für Teams ohne klare Führung. Sportlich war die Spitze stark besetzt (Cracovia/Bełchatów/Lech/Widzew/Zabrze), und die Storylines waren wieder absolut Premium – die Liga ist weniger „perfektes Taktik-Schach“, mehr „Oper mit Pyro“.
Danke an alle Trainer, Glückwunsch an den Gewinner! Wir sehen uns in Saison 2026-1!